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Fondsnachrichten

– ISI BRIC Equities
BRIC Equities
37
Aktualisiert am: 01.05.2012
BRIC EquitiesErtrag AprilLauf. Jahr
Jüngste Entwicklung-2,57%11,04%
Ertrag Benchmark-1,96%10,48%

Monatskommentar ISI BRIC Equities - Mai 2012

RISIKO AN/AUS
Die Investoren sind verunsichert. Das spiegelt sich deutlich in den Aktienkursen wieder, die ohne klare Richtung markant schwanken. An einigen Tagen steigen die Aktien deutlich, weil man hofft, dass das Wachstum in den USA oder China an Dynamik gewinnt. Dann fallen sie, weil man eine Eskalation der Schuldenkrise in Europa fürchtet.

Brasilien wurde von einem schwachen Aktienmarkt und einer ebensolchen Währung in Mitleidenschaft gezogen. Das hat den Bankensektor hart getroffen. Aus den Geschäftsberichten geht hervor, dass die Zahl der faulen Kredite zunimmt. Das gibt zu Besorgnis Anlass. Hinzu kommt, dass Präsidentin Dilma Rousseff wiederholt das sehr hohe Zinsniveau kritisiert hat. Die Zinsen für Verbraucherkredite schwanken zwischen 30 % und 70 % pro Jahr. Die Zinsmarge der Banken ist daher sehr hoch. Die Präsidentin versucht, die Banken unter Druck zu setzen, um eine Zinssenkung herbeizuführen, was jedoch eine negative Wirkung auf die Erträge und die Wertansetzung der Branche haben würde. Es scheint, als hätte die Zentralbank ihre Zielsetzung geändert und bereit wäre, den Leitzins zu senken, obwohl dies kurzfristig ein Risiko einer hohen Inflation mit sich führen würde. Im Berichtszeitraum wurde der Selic-Zins (Leitzins) von 9,75 % auf 9 % gesenkt. Weitere Zinssenkungen scheinen nicht ausgeschlossen. Die Zentralbank und auch die Regierung versuchen, das Zinsniveau zu senken, um so Investitionen anzukurbeln und Engpässe zu überwinden. Der niedrigere Leitzins hat die Währung geschwächt. Die brasilianischen Aktien gaben im Berichtszeitraum um 5,7 % nach. Wir haben unsere Ausrichtung auf den Bankensektor reduziert, da wir weitere schlechte Neuigkeiten und auch rückläufige Erträge erwarten.
Die Aktionäre Russlands warten auf die Neubildung der Regierung. Es dringt sehr wenig an die Öffentlichkeit; es scheint aber ein harter Kampf zwischen den Reformisten wie dem heutigen Präsidenten Medwedew und den Hardlinern, allen voran Vize-Ministerpräsidenten Igor Sechin, ausgetragen zu werden. Der zukünftige Präsident Putin wird den Einfluss der beiden Flügel gewichten müssen. Es steht viel auf dem Spiel und die Protestbewegung hat der russischen Führung vor Augen geführt, dass Veränderungen und Reformen verlangt werden. Die russischen Aktien gaben im Berichtszeitraum um 2,2 % nach.

Indien wird von einer schwachen Koalition regiert, der es an Kohäsion mangelt. Die große Regierungspartei verlor einige Wahlen in den Bundesstaaten und ist derart gelähmt, dass notwendige Reformen vertagt wurden. Stattdessen schwenkte man auf populistische Maßnahmen über, die dazu beitragen, die bereits desolate Wirtschaftslage zu verschlimmern. Indien leidet unter einem Zahlungsbilanz- und einem Haushaltsdefizit. Die indischen Aktien gaben im Berichtszeitraum um 4,2 % nach.

In China deuten die Wirtschaftsdaten auf eine Stabilisierung der Wirtschaft. Die Regierung hat die Geldpolitik und die Straffungen im Immobiliensektor nur marginal gelockert. Trotzdem scheint es, als hätte sich die Nachfrage nach Immobilien langsam stabilisiert. Mehrere der großen Immobiliengesellschaften haben sehr gute Quartalsberichte vorgelegt. Die Inflation geht zurück.

Das gibt der Regierung einen Spielraum für eine Leitzinssenkung. Diese Möglichkeit wurde jedoch nicht genutzt, und das könnte andeuten, dass die Regierung das Wirtschaftswachstum für ausreichend hält. Der chinesische Aktienmarkt gewann im Berichtszeitraum 4,2 %. Wir haben unsere Ausrichtung auf den Immobiliensektor und die IT-Unternehmen verstärkt. Unter anderem investierten wir zusätzlich in das IT-Unternehmen Lenovo, das u.a. Laptops, Smartphones und Tablets für die reifen Märkte und die Märkte der Schwellenländer herstellt.

Der Fonds ISI BRIC verlor im April 2,6 %, die Benchmark 2,0 %.

Die BRIC-Länder verfügen über ein beträchtliches Entwicklungspotenzial. Ob dies auch genutzt wird, hängt vor allem von den Politikern der Länder ab. Hier enttäuscht vor allem Indien. In Russland wird die politische Spannung bald ein Ende haben, was schwerwiegende Folgen für das Investitionsklima haben könnte. Globale Verhältnisse spielen weiterhin eine Rolle auf den Aktienmärkten. Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und China und die europäische Schuldenkrise entscheiden, ob sich die Investoren für RISIKO EIN oder AUS entscheiden sollten.
 

Der Monatskommentar wurde am 10. Mai 2012 veröffentlicht.
 



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