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Fondsnachrichten

– ISI Emerging Market Local Currency Bonds
Emerging Market Local Currency Bonds
26
Aktualisiert am: 01.05.2012
Emerging Market Local Cur BondsErtrag AprilLauf. Jahr
Jüngste Entwicklung1,88%7,00%
Ertrag Benchmark1,58%7,24%

Monatskommentar ISI Emerging Market Local Currency Bonds – Mai 2012
Im April erwirtschaftete der Fonds einen Ertrag von 1,88 % und lag damit um 0,30 Prozentpunkte über der Benchmark.

Der April wurde von einem Aufflackern der Schuldenkrise geprägt, wobei Spanien im Mittelpunkt stand. Hinzu kamen Wirtschaftsdaten aus den USA, die den Erwartungen nicht gerecht wurden. Letzteres bedeutete, dass die US-Zinsen fielen und sich jetzt annähernd auf dem gleichen Stand wie Ende Februar befinden. Bei den Schwellenländern haben politische Entscheidungen und Ereignisse die Entwicklung auf mehreren Märkten geprägt. Dies ist u.a. die Ursache für die gute Performance von Ungarn, während Argentinien schlecht abschnitt. In Ungarn trug positiv bei, dass man seitens der EU das Einlenken Ungarn für ausreichend hielt und die Verhandlungen mit dem IWF damit beginnen können. In Argentinien wurde der Kurs des Landes nach der Verstaatlichung der Ölgesellschaft YPF in Frage gestellt.

Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung, berechnet auf der Grundlage des GBI-EM Global Diversified unhedged to DKK, erwirtschafteten einen Ertrag von 1,58 %, während der Ertrag ermittelt in USD 0,96 % betrug.

Änderungen der Strategie und Zusammensetzung des Portfolios
Im April haben wir die Ukraine in unser Portfolio aufgenommen, und zwar in Form von Anleihen der staatlichen Import-/Exportbank.

Im April beteiligten wir uns an der Neu-Emission von USD-Anleihen aus Kroatien. Wir halten bereits kroatische Anleihen in EUR, von denen wir uns trennten, weil wir die neuen USD-Anleihen höher bewerten. In der Türkei haben wir einen Teil unseres Bestandes in Verbindung mit einer Neu-Emission von USD-Anleihen der türkischen staatlichen Import-/Exportbank umgeschichtet. In Litauen haben wir uns von einem Teil unseres Bestandes getrennt und damit unsere Untergewichtung verringert. Der Erlös wurde für eine zusätzliche Übergewichtung von Lettland genutzt.

In Afrika haben wir uns nach einem deutlichen Anstieg nach der Präsidentenwahl von ca. 50 % unserer Anleihen in Senegal getrennt. Wir halten jedoch immer ein deutliches Übergewicht in Senegal. Wir haben uns nach den bedeutenden Aufwärtsbewegungen im April von einem Teil unseres Übergewichts an Anleihen der Elfenbeinküste getrennt, halten jedoch nach wie vor ein markantes Übergewicht. In Sri Lanka beteiligten wir uns an einer Neu-Emission von Anleihen einer staatlichen Bank. Wir sind dort weiterhin untergewichtet. Im Libanon nutzten wir die Emission einer neuen USD-Anleihe, um unsere Untergewichtung zu reduzieren; wir sind jedoch weiterhin stark untergewichtet.

Wir beteiligten uns nicht an allen Neu-Emissionen im April. Beispielsweise nahmen wir nicht an Neu-Emissionen staatlicher Unternehmen in Indonesien teil. Mit diesen Emissionen wurde der Markt für alle indonesischen Anleihen in harten Währungen unter Druck gesetzt.

Marktausblick
Nach mehreren Monaten mit positiven US-Wirtschaftsdaten prägten mehrere negative Überraschungen den April. Es wäre übertrieben anzudeuten, dass die Marktsituation markant schlechter ist als in den vorhergehenden Monaten, sie ist nur nicht ganz so gut. Dies war die Ursache für den Rückgang der US-Zinsen im April, der die Steigerungen vom März zunichte machte. Der Monat änderte nichts daran, dass wir auch langfristig niedrige US-Zinsen erwarten, da die US-Wirtschaft weiterhin vor großen Herausforderungen steht. Der Haushalt könnte die Wirtschaft belasten, insbesondere, wenn das aktuelle Loch in den öffentlichen Finanzen geschlossen werden soll.

Die Schwellenländer-Wirtschaften zeigten im 1. Quartal ein relativ geringes Wachstum. Vor allem die Industrie trug weniger zum Wachstum bei als bisher der Fall war. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass die kommenden Quartale positiver ausfallen werden. Beispielsweise stieg das Geschäftsklima in mehreren wichtigen Schwellenländern, allen voran China. Die Schwäche der Industrie hatte keine Folgen für die Beschäftigung. Daher bleibt die Arbeitslosigkeit in vielen Schwellenländern relativ gering. Es könnte jedoch zu Enttäuschungen kommen, da vor allem die Krise in der Euro-Zone die globale Nachfrage beeinträchtigen kann.

Der überwiegende Teil der Zentralbanken der Schwellenländer lockert zurzeit ihre Geldpolitik oder halten den Leitzins unverändert. Im April stieß u.a. Indien zu den Ländern, die ihren Leitzins senkten. Die brasilianische Zentralbank senkte im April wie erwartet ihren Leitzins um 75 Basispunkte auf 9,00 %, enthielt sich jedoch jeder Schärfe und deutete weitere Zinssenkungen an. Indien und auch Brasilien kämpften bis vor kurzem mit einer hohen Inflation, während das Wachstum ihrer Industrieproduktion alles andere als beeindruckend war.

Wir erwarten, dass die Zinsen auf dem überwiegenden Teil der lokalen Schwellenländer-Anleihemärkte in nächster Zukunft etwas fallen werden und damit einer liberaleren Geldpolitik den Weg bahnen könnten. Sollte das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte zunehmen, was sich bereits in den Geschäftsklima-Indizes andeutet, könnten dies und der relativ rigide Arbeitsmarkt Ende des Jahres die Inflation in die Höhe treiben.


Wie bereits erwähnt, stand im April die Politik im Fokus. Dies zeigt sich auch in den monatlichen Statements der Ratingagenturen. Argentiniens Verstaatlichung der Ölgesellschaft YPF bewog S&P, das Land mit einem negativen Outlook zu versehen. Auch Indien wurde negativ eingestuft. Genau wie in Argentinien ist die Ursache in politischen Entscheidungen zu suchen, oder genauer in den fehlenden politischen Entscheidungen. Die Zahl der Parteien und Fraktionen im indischen Parlament ist so groß, dass die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt worden ist. Das Haushaltsdefizit in Indien ist sehr hoch, und die zusätzliche Verschuldung begrenzt die Möglichkeiten des privaten Sektors, Kredite für Investitionen aufzunehmen. Dringliche Reformen werden ebenfalls nicht in Angriff genommen. Kürzlich dominierten populistische Maßnahmen wie Mindestpreise für landwirtschaftliche Produkte die Tagesordnung. Mindestpreise sollen die Landbevölkerung unterstützen, sind aber für den Staat sehr teuer und verhindern strukturelle Änderungen in der Landwirtschaft. In letzter Zeit erwies sich das Wirtschaftswachstum in der größten Demokratie der Welt als schwach. Das Zahlungsbilanzdefizit ist von beträchtlichem Umfang. Indien emittiert keine Anleihen in Fremdwährung, kann jedoch das Rating nicht ignorieren, da sich viele Unternehmen Kapital im Ausland beschaffen.

Es gab im April aber auch gute Nachrichten. Weißrusslands Rating wurde von S&P von negativ auf neutral heraufgestuft. Aserbaidschan erhielt gute Neuigkeiten von Moody's. Die Ratingagentur stufte das Land auf Baa3 ein. Damit ist Aserbaidschan auch bei Moody's "Investment Grade", nachdem S&P ihm bereits im Dezember dieses Rating verliehen hatte. Fitch stufte den Outlook von Uruguay positiv ein. Das Land wurde von BB+ auf BBB- heraufgestuft und ist damit dem ”Investment Grade” ein Stück näher gekommen. Das Land hat bereits den ”Investment Grade” bei S&P. Bei Moody’s und Fitch muss noch die letzte Hürde überwunden werden. Wir erwarten, dass die Schwellenländer insgesamt 2012 überwiegend eher herauf- als herabgestuft werden. In einigen Ländern fehlt jedoch der politische Reformwille, was ein Risiko darstellt. Im überwiegenden Teil der Schwellenländer waren Reformen entscheidende Voraussetzungen für das Wirtschaftswachstum, das Investoren anzieht.

Von Bedeutung sind aber nicht nur die Beurteilungen der Ratingagenturen. Auch die Aufnahme in die Anleihe-Indizes stellt einen wichtigen Faktor dar. Im April wurde bekannt gegeben, dass Südafrika im Oktober in einen wichtigen globalen Anleihe-Index aufgenommen werde. Das bedeutet neue Investitionen in die Staatsanleihen in Rand von etwa 9 Mrd. USD. Die Anleihen des Landes und auch die Währung legten in der zweiten Aprilhälfte wesentlich zu. Nach der Reaktion auf die Neuigkeit kann dies auch zu einer positiven Entwicklung führen, wenn die im Oktober massiven Investitionen getätigt werden.

Insgesamt begann das Jahr 2012 relativ ausgeglichener in den Schwellenländern als in den reifen Wirtschaften und wir erwarten, dass dieser Trend 2012 anhält. Die Möglichkeiten für Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung stufen wir positiv ein.

Der Monatskommentar wurde am 10. Mai 2012 veröffentlicht.
 



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